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Was die Apple Watch für den Uhrenmarkt bedeutet

Die Apple Watch: Ist die Smartwatch eine Konkurrenz für Rolex & Co.?

Kommt 2015: die Apple Watch

Kommt 2015: die Smartwatch von Apple

Jetzt heißt sie also nicht iWatch. Apple nennt seine erste Uhr schlicht „Watch“, ganz so, als gäbe es keine andere auf der Welt. Das lässt darauf schließen, dass Apple bis auf Weiteres nicht vorhat, weitere Uhrenlinien einzuführen. Vor allem aber drückt sich darin ein Alleinvertretungsanspruch aus, der wohl nicht unbeabsichtigt ist. Seht her, soll das heißen, so geht Uhr heute. Apples Designchef Jonathan Ive hat sich Tage vor der Präsentation angeblich gar zu der Warnung verstiegen, die Schweizer Uhrenindustrie werde noch „Probleme bekommen“. Was ist von dieser Prognose zu halten? Wie wird sich die Smartwatch von Apple auf die Uhrenszene auswirken? Was bedeutet sie speziell für die Luxusuhren und ihre Käufer?
Zunächst einmal müssen wir den Verkaufsstart der Apple Watch 2015 abwarten. Noch kann niemand wissen, wie begehrt sie wirklich sein wird – und bei wem. Sie bietet viele interessante Features, kann aber nur in Verbindung mit einem iPhone genutzt werden. Viele Funktionen sind nur eine Verlängerung der iPhone-Funktionen, sodass man die Uhr nicht wirklich braucht. Attraktiv ist sie auf jeden Fall für Freizeitsportler, und mit ihrer Bezahlfunktion könnte sie in ein paar Jahren zu einem wirklich nützlichen Tool werden.
Es liegt nahe zu vermuten, dass sie zu einer ernsthaften Konkurrenz wird für Uhren, die in ihrem Preisbereich angesiedelt sind – Apple-Chef Tim Cook nannte bei der Präsentation in Cupertino einen Einstiegspreis von 349 US-Dollar. Konkurrenz also für Multifunktionsquarzuhren, für die bisherigen Smartwatches sowieso, aber auch für mechanische Uhren unter 1.000 Euro. Denn wer sich eine Apple Watch für mehrere Hundert Euro zulegt, wird den Kauf einer anderen Uhr unter 1.000 Euro vielleicht erst einmal aufschieben.
Für Luxusuhren von Omega, Rolex und IWC bis hin zu Patek Philippe wird die Smartwatch von Apple keine Konkurrenz darstellen. Wer sich eine solche Uhr anschafft, verspricht sich von ihr Dinge, die die Apple Watch nicht bietet: Handwerkskunst, Tradition, Kompetenz im Uhrenbau.
Das heißt freilich nicht, dass eine Apple Watch nicht auch für Käufer einer Audemars Piguet, Panerai oder Hublot interessant wäre – als zusätzliche Alternative im eigenen Uhrenportfolio. Zwar gibt es immer noch viele Mechanikliebhaber, die Elektronik am Handgelenk grundsätzlich ablehnen, aber dieser Rigorismus hat sich im Laufe der Jahre abgeschwächt. Wichtiger ist etwas anderes: Der Uhrenkäufer will keinen austauschbaren Durchschnitt. Dafür ist ihm sein Handgelenk zu schade. Er will sich ein Stück weit mit seiner Uhr identifizieren. Er will die Werte, für die die Uhr steht, transportieren. Er will mit der Uhr am Handgelenk eine gewisse Haltung ausdrücken. Das schließt eine gewisse Vielfalt keineswegs aus – und könnte auch die Smartwatch von Apple mit einschließen. Man kann heute Sportlichkeit demonstrieren wollen und morgen Eleganz – oder Handwerkskunst. Und übermorgen zeigen, dass man auch modernster Technik gegenüber aufgeschlossen ist, wenn sie denn eine echte Relevanz hat und auch noch gut aussieht. Für den Erfolg der Apple Watch wird – neben der Frage, für wie unverzichtbar man ihre Funktionen hält – auch entscheidend sein, ob man sie sich als Statement an den Arm legen will. Am anderen wäre dann ja auch noch Platz für eine Mechanikuhr. buc

 


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