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Komplikationen: Der Chronograph

Chronograph

Die Chronographenfunktion, also die Möglichkeit zum Stoppen einer Zeitspanne, ist die beliebteste Uhren-Komplikation. Denn im alltäglichen Leben stellen Komplikationen zwar etwas Negatives dar, doch nicht so in der Uhrenwelt. Hier handelt es sich bei einer Komplikation um eine Zusatzfunktion, die dem Träger einen Mehrwert bieten soll. Sie macht jedoch das Uhrwerk komplizierter: Schnell steigt die Anzahl der Komponenten von 60 bei einfachen Werken auf über 300 Einzelteile. Der Uhrmacher löst also mit der Zusatzfunktion einen komplizierten Fall. Doch wie nützlich oder sinnvoll sind Komplikationen? Oft liegt ihre Faszination nicht im reinen Nutzen der Funktion, sondern in der Begeisterung dafür, dass Menschenhände eine mechanische Lösung auf so kleinem Raum realisieren können.

Der Chronograph 

Aufgrund der hohen Teilezahl, der vielen Federn und Hebel ist die Chronographen-Komplikation sehr aufwendig zu realisieren. Der Stoppvorgang wird in der Regel mit dem Betätigen des oberen Drückers an der Gehäuseflanke gestartet und wieder gestoppt. Wenn die gewünschte Zeitspanne gemessen wurde, stellt der Träger über den unteren Drücker die Stoppzeiger wieder auf Null. Damit die Nullstellung reibungslos vonstatten geht, drücken Hebel herzförmige Scheiben, die auf der Achse der Zeiger sitzen, in die Ausgangsstellung zurück. Um mit dem mechanischen Chronographen die Zeit stoppen zu können, muss das Einkuppeln und das Loslassen der blockierten Räder gleichzeitig geschehen. Diese komplexe Chronographenschaltung kann über ein traditionelles Schaltrad oder über eine moderne Nockensteuerung gelöst werden. Worin sich die traditionelle und die moderne Konstruktion unterscheiden, erfahren Sie hier im Download für 1,90 Euro.

Chronographen-Neuheit: Rolex Oyster Perpetual Cosmograph Daytona auf der Baselworld 2016

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Beim Eindrücker-Chronographen erfolgt das Starten, Stoppen und Nullstellen nur über einen Drücker. Je nach Ausführung des Chronographen werden die Stoppsekunden, -minuten und -stunden angezeigt. Die gestoppte Zeit liest der Träger über Hilfszifferblätter, sogenannte Totalisatoren, ab. Ein Chronograph mit zwei Totalisatoren bei drei und neun Uhr wird “Bicompax-Chronograph” genannt. Wenn bei der Sechs ein weiteres Hilfszifferblatt hinzukommt, trägt der Stopper auch den Namen “Tricompax-Chronograph”.

Chronographen mit Automatik- oder Handaufzug?

Chronographen mit Automatikaufzug kamen vergleichsweise spät auf den Markt. Die Marke Heuer präsentierte 1969 mit der Heuer Carrera ihren ersten Automatikchronographen.

TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 01

2015 stellt TAG Heuer die Carrera Calibre Heuer 01 vor. Im Innern tickt das namensgebende Automatikwerk Calibre Heuer 01, das eine Weiterentwicklung des bekannten Chronographenwerks 1887 darstellt.

Das Chronographenwerk mit Rotor, das Kaliber 11, entstand in Zusammenarbeit mit den Herstellern Breitling, Dubois-Dépraz und Hamilton-Büren, die das Werk später ebenfalls einsetzten. Zeitgleich arbeiteten aber auch Seiko und Zenith an der Entwicklung des ersten automatischen Chronographenwerks. Das spannende Rennen zwischen den Kontrahenten ging ziemlich unentschieden aus, denn alle drei Werke konnten 1969 vorgestellt werden.

Das erfolgreichste Chronographenwerk mit Automatikaufzug ist das bewährte, seit 1973 hergestellte Kaliber Valjoux 7750 des zur Swatch Group zugehörigen Werkeherstellers Eta. Das Werk ist für seine Verlässlichkeit bekannt und wir auch als Chronometer zertifiziert. Mit dem Chronometer-Zertifikat wird der entsprechenden Uhr eine besondere Ganggenauigkeit bescheinigt.

Für die 910 Jubiläum, ein Schaltradchronograph mit Schleppzeigerfunktion, nutzt Sinn Spezialuhren das bewährte Kaliber Eta-Valjoux 7750.

Für die 910 Jubiläum, ein Schaltradchronograph mit Schleppzeigerfunktion, nutzt Sinn Spezialuhren das bewährte Kaliber Eta-Valjoux 7750.

Manufakturchronographen

Die hohe Kunst im Chronographenbau ist die Entwicklung eines eigenen Chronographenkalibers. Für Luxusmarken wie Patek Philippe und A. Lange & Söhne ist das nahezu ein Muss. Sie ergänzen die ohnehin schon kompliziert zu bauende Funktion meist um weitere technische Rafinessen wie eine Kalenderfunktion.

Patek Philippe: Referenz 5905P

Die Referenz 5905P von Patek Philippe ist ein Jahreskalenderchronograph plus Flyback-Funktion im Platingehäuse.

A. Lange & Söhne: Datograph Perpetual in Weißgold

Chronograph und ewiger Kalender: Der Datograph Perpetual in Weißgold von A. Lange & Söhne.

2009 stellte die Breitling ihr erstes eigenes Chronographenwerk vor, das Manufakturkaliber 01, das für die Marke typisch auch als Chronometer zertifiziert ist. Sechs Jahre später, präsentierte Breitling bereits das Manufakturkaliber B14 im Transocean Chronograph 1915.

Breitling: Transocean Chronograph 1915 - vorne die Neuauflage, hinten das historische Modell

Breitling: Transocean Chronograph 1915 – vorne die Neuauflage, hinten das historische Modell.

Von der Unruhfrequenz des Werks hängt die Messgenauigkeit des Chronographens ab. Das El-Primero-Kaliber von Zenith gehört zu den sogenannten “Schnellschwingern” (36.000 Halbschwingungen pro Stunde entsprechen 5 Hertz) und kann eine Zehntelsekunde messen. Eine Amplitude von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hertz) ergibt eine Genauigkeit von einer Achtelsekunde. Bei 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hertz) ist die Stoppzeit auf 1/6 Sekunde messbar und bei 18.000 Halbschwingungen pro Stunde (2,5 Hertz) ist es noch 1/5 Sekunde.

Natürlich gibt es bei Chronographen auch noch Funktionssteigerungen:

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Januar 2011.

Alles über die kleinen Komplikationen lesen Sie hier

 

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